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	<title>Standpunkte Archive - YouReWild</title>
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		<title>Und leise schwindet die Natur</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2025/02/27/und-leise-schwindet-die-natur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Ewald Weber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 17:19:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
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									<p style="font-weight: 400;">Eine hochbetagte Bekannte schilderte mir bei unserem letzten Telefongespräch eine interessante Beobachtung: Der Vogelbeerbaum im Garten vor ihrer Wohnung sei immer noch voller Früchte. Das ist bemerkenswert, weil wir im letzten November telefoniert hatten. Um diese Jahreszeit sollten die roten Beeren längst abgeerntet worden sein, denn sie sind bei Amseln und anderen Singvögeln heiß begehrt. Die Vögel aber werden immer weniger. Der NABU hatte im Januar 2025 wieder zur &#8222;Stunde der Wintervögel&#8220; aufgerufen, an der über 120.000 Menschen eine Stunde lang die Vögel notierten, die sich im Garten, auf dem Balkon oder am Futterhaus aufhielten. Die Auswertung zeigte ein ernüchterndes Bild: Amseln seien gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent zurückgegangen; auch Haussperlinge und Feldsperlinge ließen sich seltener beobachten.</p><p style="font-weight: 400;">Natürlich gibt es Schwankungen von Jahr zu Jahr, doch die Bestände zahlreicher Vogelarten sind während den letzten paar Jahrzehnten massiv eingebrochen. So war der Kiebitz früher viel häufiger als heute, er steht auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet.</p><p style="font-weight: 400;">Nicht nur Vögel schwinden. Wenn ich an meine Jugendzeit zurückdenke, kommen mir Bilder, die es heute nicht mehr gibt: Wiesen im Elsass voller Orchideen oder gelber Schlüsselblumen, die wir bei einem Familienausflug aufgesucht hatten. Insekten gab es zuhauf, und selbstverständlich erinnere ich mich auch an das intensive Vogelkonzert, das frühmorgens in mein Zimmer drang.</p>								</div>
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									<p><em>Magerwiesen werden nicht gedüngt und sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Einst waren sie weit verbreitet, doch verschwanden die meisten im Zuge der landwirtschaftlichen Intensivierung. Heute stehen Magerwiesen auf der Roten Liste bedrohter Lebensräume. Foto: E. Weber</em></p>								</div>
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									<p style="font-weight: 400;">Die Natur hat sich in den letzten paar Jahrzehnten dramatisch verändert, und dies weltweit. Sie ist ärmer geworden, ärmer an Arten und ärmer an Lebensräumen. Und die Verarmung schreitet unaufhaltsam weiter voran. Nur können wir viele dieser Veränderungen nicht direkt wahrnehmen.</p><p style="font-weight: 400;">Was verschwunden ist, sehen wir nicht mehr, und was wir nicht sehen, können wir nicht vermissen. Ein gerodeter Wald ist rasch in Vergessenheit geraten. Unsere Kinder erleben eine Natur, die gegenüber früher bereits stark verarmt und degradiert ist. Von woher sollen sie auch wissen, wie es früher ausgesehen hat, wie bunt viele Wiesen einst waren und welch emsiges Insektentreiben herrschte?</p><p style="font-weight: 400;">Fachleute sehen eine Gefahr darin, dass der heutige Zustand als Normalzustand aufgefasst wird und sich künftige Änderungen daran messen. Sie sprechen vom &#8222;shifting baseline syndrom&#8220; oder &#8222;Syndrom der verschobenen Ausgangssituation&#8220;. Gemeint ist, dass sich über die letzten Jahrzehnte die als Normalzustand wahrgenommene Natur verändert hat – sich verschoben hat in Richtung einer mehr und mehr degradierten Natur.</p><p style="font-weight: 400;">Das hat Folgen. Nach Angaben von Wissenschaftlern kann dies zu einer erhöhten Toleranz gegenüber fortschreitender Umweltverschlechterung führen, was sich wiederum negativ auf die Akzeptanz umfangreicher Naturschutzmaßnahmen auswirken kann. So sind Wiedervernässungen ehemaliger Hochmoorflächen oder Flussrenaturierungen zunächst mit starken Eingriffen verbunden. Das stößt mitunter auf Unverständnis und Ablehnung.</p><p style="font-weight: 400;">Was ist gegen die verzerrte Wahrnehmung des Zustandes unserer Natur zu tun?</p><p style="font-weight: 400;">Das Wichtigste scheint mir, auf unsere älteren Menschen zu hören, ihnen zu lauschen, wenn sie von früher erzählen. Sie zeichnen ein Bild der Landschaften und der Natur, das in starkem Kontrast zum heutigen Bild steht. Gefragt sind auch Museen und andere Institutionen, die mittels Ausstellungen und Bildungsarbeit die zeitlichen Veränderungen aufzeigen. Nur so kann eine Sensibilität für die massive Naturzerstörung erreicht werden.</p><p style="font-weight: 400;">Gefördert werden muss auch das Vertraut-Sein mit der Natur; das Kennenlernen der natürlichen Umgebungen mit ihren Pflanzen und Tieren ist unerlässlich. Nur so können junge Menschen künftige Veränderungen auch wahrnehmen. Die Natur- und Artenkenntnis sind schließlich genauso erodiert wie die Natur selbst. Wer kennt schon die häufigsten Pflanzen- und Tierarten? Mehrere Studien hatten gezeigt, dass Schulkinder kaum mehr wissen, was alles um sie herum wächst und piepst.</p><p style="font-weight: 400;">Es braucht aber auch vermehrt Bemühungen, Biodiversität regelmäßig und langfristig zu erfassen. Nur ein solches Monitoring vermag zeitliche Entwicklungen aufzuzeigen.</p><p style="font-weight: 400;">Oft führt auch Unwissen zu einem falschen Naturbewusstsein. Der Harz zeigt dies besonders deutlich: Viele Menschen sind entsetzt, wenn sie die riesigen Flächen mit toten Fichten sehen. Auf vielen Quadratkilometern stehen graue und abgestorbene Fichtenbäume. Die trockenen Sommer seit 2018 hatten den Bäumen so stark zugesetzt, dass der Borkenkäfer ein leichtes Spiel hatte, die Fichten zu befallen.</p>								</div>
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									<p><em>Weniger schlimm, als es aussieht. Die vielen abgestorbenen Fichten im Harz gehen auf trockene Sommer seit 2018 zurück. Nun wächst jedoch ein naturnaher Laubmischwald heran, was aber Zeit braucht. Foto: E. Weber</em></p>								</div>
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									<p style="font-weight: 400;">Diese einst üppigen und grünen Fichtenwälder waren aber, von den höheren Lagen abgesehen, nicht natürlich. Großflächige Fichtenforste wurden angelegt, nachdem man in früherer Zeit die ehemaligen Laubmischwälder abgeholzt hatte. Der Bergbau der Gegend verschlang Unmengen an Holz.</p><p style="font-weight: 400;">So dramatisch die toten Fichtenwälder aussehen – der Wald ist nicht zerstört. Junge Bäume kommen auf, darunter Laubbäume. Es entsteht langsam ein neuer Wald, der keine Fichtenmonokultur mehr ist, sondern ein artenreicher Mischwald, der viel klimaresistenter als ein Fichtenforst ist. Wer diese Zusammenhänge nicht kennt, wird die dramatischen Ereignisse falsch einschätzen.</p><p>Umgekehrt zeigt sich so manches Naturschutzgebiet wie die Garchinger Heide als scheinbar langweiliges Ödland. Doch sind solche Flächen für den Artenschutz von enormer Bedeutung.</p>								</div>
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									<p><em>Eine wertvolle Fläche. Das Naturschutzgebiet &#8222;Garchinger Heide&#8220; sieht nicht spektakulär aus, beherbergt aber zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten, wie das Frühlings-Adonisröschen (Titelbild dieses Beitrags). Fotos: E. Weber</em></p>								</div>
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									<p style="font-weight: 400;">In unserer Zeit sind Naturschutz und eine Stärkung des Naturbewusstseins die dringlichsten Aufgaben. Denn ohne Natur haben wir keine Zukunft.</p>								</div>
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									<p>Dr. Ewald Weber, Biologe und Sachbuchautor <span style="color: #e8974c;"> <a style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-align: var(--text-align); color: #e8974c;" href="https://www.autoreweber.de/">https://www.autoreweber.de/</a></span></p>								</div>
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		<title>Wer braucht schon Insekten?</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/07/22/wer-braucht-schon-insekten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Kranz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jul 2024 17:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum Insekten mehr sind als nerviges Krabbelzeug</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/07/22/wer-braucht-schon-insekten/">Wer braucht schon Insekten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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									<p style="font-weight: 400;">Viele von uns haben ein eher gespaltenes Verhältnis zu Insekten. Schließlich krabbeln die. Und sie haben irgendwie zu viele Beine. Manche stechen auch völlig unnötigerweise. Den meisten sind Insekten aber eher egal als alles andere. „Was interessieren mich Bienen?“ fragen schon Schüler in der Schule. Und dass es immer weniger Insekten gibt, ist ja auch irgendwie gut – denn so bleiben die Autoscheiben schön sauber.</p><p style="font-weight: 400;">Ja, es gibt in der Tat immer weniger Insekten. Und zwar nicht nur ein bisschen: Zwischen 1989 und 2014 ist die Biomasse fliegender Insekten hier bei uns in Deutschland um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Auch wenn die Zahlen in verschiedenen Studien unterschiedlich sind: Völlig klar ist, dass der Rückgang dramatisch ist – und auch, dass das kein deutsches, sondern ein weltweites Problem ist.</p><p style="font-weight: 400;">Aber wieso soll das denn nun bitte ein Problem sein? Dass Insekten Blüten bestäuben, wissen die meisten von uns. Nicht aber, in welchem Ausmaß sie das tun: Mehr als 85 Prozent aller Pflanzenarten brauchen Insekten für ihre Bestäubung. Und Bestäubung ist bei Pflanzen das, was bei uns die Befruchtung ist. Ohne sie gibt’s keine Nachkommen. Jetzt bestäubt aber nicht jedes Insekt jede beliebige Blüte. Manche Pflanzen sind regelrecht spezialisiert auf bestimmte Insekten – und umgekehrt. Wenn es weniger Insekten gibt, geht also die Pflanzenvielfalt zurück. Bei uns in Deutschland sind fast ein Drittel der Pflanzenarten gefährdet.</p><p style="font-weight: 400;"> </p>								</div>
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									<p><em>Diese Biene sammelt Pollen und Nektar auf Oreganoblüten und bestäubt die Blüten dabei.</em></p>								</div>
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									<p><span style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); text-align: var(--text-align);">Insekten stellen auch eine wichtige Nahrung für viele Vögel dar – entsprechend können wir auch bei Vögeln einen drastischen Rückgang beobachten: Zwischen&nbsp;1980 und 2016 sind in der EU rund 56 Prozent, in Deutschland rund 40 Prozent, aller Feldvögel verschwunden.</span></p><p><span style="text-align: var(--text-align);"><font face="var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif"><span style="font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform );">Das Verschwinden jeder einzelnen Art macht Ökosysteme mit ihren vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten instabiler. Ein bisschen kann man sich das vorstellen wie ein Jenga-Spiel: Je mehr Klötzchen man aus dem Turm zieht und obendrauf legt, desto </span></font>instabiler<font face="var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif"><span style="font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform );">&nbsp;wird der Turm. Irgendwann schwächt das Herausziehen eines weiteren Steins den Turm so sehr, dass er schließlich zusammenbricht.</span></font></span></p>								</div>
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									<p>Können wir nicht auch super ohne funktionierende Ökosysteme leben? Klare Antwort: Nein, können wir nicht. Denn wir sind Teil der Natur. Stirbt die Natur, sterben über kurz oder lang auch wir Menschen. Wir sind abhängig von funktionierenden Ökosystem, denn diese erbringen für uns diverse Dienstleistungen, die wir für selbstverständlich halten, z. B. saubere Luft, Sauerstoff, sauberes Wasser, Nahrungsmittel, Arzneimittel.</p><p>Und noch viel eindrucksvoller lässt sich der Wert der Insekten verstehen, wenn man sich bewusst macht, dass auch viele Pflanzen, die wichtige Grundlage der weltweiten Ernährung sind, auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. So können wir uns bei den Insekten für 35 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion bedanken.</p><p>Das sollte eigentlich Grund genug sein, dass wir mehr tun, um dem Aussterben von Insekten gegenzusteuern. Dafür sind vor allem größere Beschlüsse auf Seiten der Politik notwendig. Aber auch jeder einzelne von uns kann schon unheimlich viel tun. Beispielsweise, indem man den Rasen abschnittsweise mäht und abwechselnd Inseln von Klee und Gänseblümchen stehen lässt. Auch selteneres Rasenmähen hilft. Was wir häufig als „Unkraut“ beschimpfen, sind häufig Pflanzen, die unheimlich wertvolle Nahrungsquelle für Insekten sind. Wer in seinem Garten trotz allem kein „Unkraut“ duldet, kann mit einer bewussten Auswahl von Pflanzen auch etwas für die Insekten tun.</p><p> </p>								</div>
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									<p>Und schließlich lohnt es sich wirklich, die Insekten mal genauer kennenzulernen – die Insektenwelt ist eine faszinierende Welt im Kleinen. Mit Hubschrauber- und Kampfpiloten, Fernreisenden, Räubern, dicken und dünnen, fleißigen und faulen, lustigen und ernsten, hübschen und weniger hübschen. Und je besser man sie kennenlernt, desto weniger fällt auf, dass sie eigentlich zu viele Beine haben.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/07/22/wer-braucht-schon-insekten/">Wer braucht schon Insekten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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		<title>Rewilding &#8211; Die Welt unkultivieren</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/06/15/rewilding-die-welt-unkultivieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Böcker]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jun 2024 10:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.blickpunkt-natur.de/?p=9474</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/06/15/rewilding-die-welt-unkultivieren/">Rewilding &#8211; Die Welt unkultivieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9474" class="elementor elementor-9474" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Die Welt, in der wir leben, ist durch und durch kultiviert. Fast jedes Fleckchen Erde ist bebaut, bewirtschaftet, eingehegt, in irgendeiner Form gemanagt. Aus der Luft sieht die Landschaft aus wie ein Flickenteppich, Natur hat klare Grenzen und kommt oft eher als Lückenfüller vor, große zusammenhängende Gebiete finden sich selten. Tendenz zunehmend! Denn wir leben in einer Zeit rasanten Naturverlusts. Das sechste Massenaussterben der Menschheitsgeschichte ist in vollem Gange, Grund dafür ist vor allem der abnehmende Lebensraum für Tiere und Pflanzen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p><p>Rewilding bietet darauf eine positive Antwort: Es geht darum, Natur wieder Platz zu geben, damit sie sich selbst entfalten kann – ohne menschlichen Eingriff. Dabei handelt es sich meist um große Gebiete, in denen natürliche Prozesse wieder stattfinden und Ökosysteme dadurch in ein Gleichgewicht kommen können. Auf diese Weise kehrt meist relativ schnell Artenvielfalt zurück und es entsteht ein Stück „Wildnis“. Wie dies aussehen kann, beschreibe ich in meinem Buch „<a href="https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/rewilding/978-3-351-04183-0"><span style="color: #ffbe00;">Rewilding. Auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur</span></a>“.</p><p>Klingt diese Botschaft nicht zu einfach, um wahr zu sein? In der Tat stößt die Umsetzung oft schnell an Grenzen. Wo gibt es geeignete Flächen? Der immense Flächenverbrauch ist eines der größten Probleme, an denen mehr Natur oft scheitert. Was es braucht, ist ein Umdenken. Ein Paradigmenwechsel. Die Einsicht, dass wir als Menschen nicht die „Krone der Schöpfung“ sind und uns die Erde nicht weiter „Untertan“ machen dürfen. Denn mit dem ungebremsten Verbrauch von Land und „Ressourcen“ fahren wir den Planeten gerade gegen die Wand.<span class="Apple-converted-space"> </span></p><p>Vor Jahren habe ich mein kleines Wildkräuterunternehmen „<a href="http://www.unkultiviert.com"><span style="color: #ffbe00;">Unkultiviert</span></a>“ gegründet. Dabei ging es hauptsächlich darum, Menschen bei Führungen und Workshops Wildkräuter näher zu bringen. Was ist Unkultiviert? Ganz einfach. Alles, was nicht kultiviert ist. Was nicht gepflegt, bearbeitet, urbar gemacht ist. Was nicht gezüchtet, gezähmt, angebaut ist. Was wächst, wo und wie es will. Ohne Zwang. Wild. Seit ich mich mit Rewilding beschäftige, gewinnt „Unkultiviert“ für mich eine neue Dimension: Zeit, uns selbst zu „unkultivieren“, uns zu ent-domestizieren und zu einem wilderen und eigenwilligeren Leben zu finden! Zeit für ein „Human Rewilding“! Rewilding in dem Kontext bedeutet für mich, (zurück)finden zu Lebensweisen, die in Verbindung mit Natur sind und auf einem nachhaltigen, verträglichen Miteinander basieren. Was wir brauchen, ist eine neue Kultur. Eine Gesellschaft, die auf neuen Beziehungen auf Augenhöhe mit allen Lebewesen basiert. Eine Kultur resilienter Systeme, regenerativer Produktionsprozesse, lebendiger Netzwerke. Dafür ist weniger Angst als Mut gefragt, um eine wirklich lebenswerte Biosphäre mit uns nicht als Krone, sondern als Teil der Schöpfung zu gestalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>								</div>
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									<p><span style="color: #000000;">Titelbild dieses Beitrags: Simone Böcker</span></p><p><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="http://www.simone-boecker.de/"><span style="color: #ffbe00;">www.simone-boecker.de</span></a></span></p><p style="caret-color: #000000; color: #000000; text-align: justify;"> </p>								</div>
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		<title>Der Mensch als &#8222;Homo Destructor&#8220;?</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/05/21/der-mensch-als-homo-destructor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Prof. em. Dr. Werner Bätzing]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2024 15:27:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.blickpunkt-natur.de/?p=9417</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sind der Mensch und die Natur grundsätzlich Antagonisten?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/05/21/der-mensch-als-homo-destructor/">Der Mensch als &#8222;Homo Destructor&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9417" class="elementor elementor-9417" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Heute wird sehr oft die Meinung vertreten, dass der Mensch von Natur aus ein zerstörerisches Wesen sei und dass er schon immer Natur und Umwelt zerstört habe.</p><p>Ein Blick in die Geschichte, wie ich ihn in meinem Buch „Homo destructor“ vorgelegt habe, zeigt jedoch, dass diese Position falsch ist: Der Mensch ist im allerlängsten Teil seiner Geschichte mit Natur pfleglich umgegangen und hat sich bei seiner Naturnutzung bewusst Grenzen gesetzt, um Natur nicht zu zerstören – sie war ja seine Lebensgrundlage, und Naturzerstörung hätte seine Selbstzerstörung bedeutet.</p>								</div>
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									<p><em>Im Naturzustand wären alle diese Hänge bis zum Grat (linke Bildhälfte) bzw. bis zum Beginn der Felsen (rechte Bildhälfte) mit Wald bestanden. Der Mensch hat im Laufe der Zeit diese Hänge kleinräumig gerodet, um Almflächen für die sommerliche Viehweide zu schaffen. Dabei hat er die Natur nicht zerstört, weil genügend Wald als Lawinen- und Steinschlagschutz stehengelassen wurde und weil die Rodungen sehr langsam durchgeführt wurden. Das Ergebnis ist eine sehr vielfältige und kleinräumige Kulturlandschaft mit großer Artenvielfalt. (Bild: Prof. Werner Bätzing)</em></p>								</div>
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									<p>Dies ändert sich erst mit der Industriellen Revolution und der modernen Entwicklung: Jetzt wird man gerade stolz darauf, alles das zu machen, was technisch möglich ist, und dabei alle Grenzen von Natur und Umwelt systematisch zu überschreiten. Jede Begrenzung des Menschen durch Natur wird jetzt als Freiheitseinschränkung wahrgenommen und vehement abgelehnt.</p>
<p>Die heutigen Umweltprobleme gründen auf einem rein technischen Naturumgang, auf der kurzfristigen Ausbeutung der fossilen Energiereserven der Erde, auf einem unendlichen Wachstum der Wirtschaft und der Konsumbedürfnisse und auf heftigen sozio-ökonomischen Widersprüchen (Arm gegen Reich, Globaler Norden gegen Globalen Süden).</p>
<p>Das bedeutet, dass die Umweltprobleme nur dann gelöst werden können, wenn zugleich zentrale Rahmenbedingungen unserer heutigen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik verändert werden. Dies ist jedoch zur Zeit nicht vorstellbar, und deshalb sind die heutigen Lösungsversuche – „Grünes Wachstum“, technische Innovationen, Appelle an die allgemeine Vernunft – nicht effektiv und bleiben bloße Alibistrategien.</p>
<p>In dieser Situation ist es geboten, einerseits in aller Schärfe die Frage nach den Ursachen der Umweltzerstörung aufzuwerfen und öffentlich zu diskutieren, und gleichzeitig andererseits auf pragmatische Weise möglichst viele konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt umzusetzen und dabei den Versprechungen der Technik (technische Lösungen für CO<sub>2</sub>-Problem), der Hoffnung auf neue, saubere Energiequellen (Wasserstoffenergie), auf die Digitalisierung (die virtuelle Welt als Umweltentlastung) oder auf den Fortschritt (wenn Alles wächst, wird auch die gesamte Welt besser) grundsätzlich zu misstrauen.</p><p><br></p>
<p>Werner Bätzing: <i>Homo destructor. Eine Mensch-Umwelt-Geschichte von der Entstehung des Menschen zur Zerstörung der Welt</i>. Verlag C.H.Beck, München 2023, 463 S., Euro 32,-</p>
<p><br></p>
<p>Titelbild dieses Beitrags: Prof. Werner Bätzing. Erläuterung zu diesem Bild:</p>
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</p>								</div>
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									<p><em>Diese traditionell genutzte Weide in den Alpen in 1700 m Höhe besitzt eine sehr hohe Artenvielfalt, weil es den Nutzern nicht um den kurzfristig-maximalen Ertrag, sondern um eine dauerhaft-nachhaltige Nutzung geht. Dies bedeutet, dass die &#8222;richtige&#8220; Zahl der Tiere die Weide nutzt &#8211; zu viele Tiere führen zur Übernutzung, zu wenige Tiere fressen selektiv nur die besten Futterkräuter und lassen sie verschwinden &#8211; und dass Beginn und Ende des Weidegangs weder zu früh noch zu spät erfolgen. Das traditionelle Erfahrungswissen, wie man Natur nutzen kann, ohne sie zu zerstören, ist sehr vielfältig, geht heute aber immer mehr verloren.</em></p>								</div>
				</div>
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		<title>Entschleunige mal!</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/05/13/entschleunige-mal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Kranz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 May 2024 16:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.blickpunkt-natur.de/?p=9174</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Auszeit von dem Hamsterrad des Alltags tut gut - uns und der Natur!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/05/13/entschleunige-mal/">Entschleunige mal!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9174" class="elementor elementor-9174" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Wir optimieren nicht nur unsere Natur sprichwörtlich zu Tode, sondern auch uns selbst. Arbeitsabläufe müssen für maximale Effizienz durchgetaktet, auf den Prüfstand gestellt und am besten noch weiter optimiert werden. Es gibt zig Apps und Programme, die uns bei der Organisation unserer Arbeitsabläufe helfen. Doch damit nicht genug: Der Effektivierungswahn hört lange nicht bei der Arbeit auf. Natürlich kann auch das Privatleben optimiert werden. Unzählige kleine, digitale Helferchen schießen dafür aus dem Boden &#8211; gleich, ob es nun um die Effektivierung von Einkäufen, körperlicher Aktivität oder sogar Schlaf geht. </p><p>Ich habe das Gefühl, dass die moderne Welt irgendwie rastlos geworden ist &#8211; oder besser gesagt, dass wir Menschen, die wir in dieser modernen Welt leben, irgendwie rast- und ruhelos geworden sind. Vielleicht auch durch die permanente Verfügbarkeit von Informationen auf Smartphones und die permanente Erreichbarkeit. Langeweile gibt es nicht mehr.</p><p>Aber ich glaube, diese Ruhelosigkeit hinterlässt früher oder später Spuren. Bei mir war es eine wirklich anstrengende und hartnäckige Schlaflosigkeit. Und spätestens beim Schlaf hört der Spaß echt auf. Denn der lässt sich weder kontrollieren, noch optimieren.</p><p>Da dieses sich immer schneller drehende Hamsterrad der ständigen Verfügbarkeit, Effektivierung und Optimierung natürlich rastlos macht, brauchen wir als Ausgleich irgendwelche Entspannungsapps, um irgendwie wieder runterzukommen. Die uns nur dummerweise auch irgendwie weiter stressen, weil sie von uns für maximale Effektivität eine regelmäßige Anwendung erwarten, die auch noch irgendwie im Alltag unterzubringen ist.</p><p>Ich bin überzeugt, dass es uns gut täte, aus dieser Effektivierungsspirale einmal ganz bewusst auszutreten. Vielleicht nimmt man sich einfach mal eine digitale Auszeit &#8211; und wenn es nur die Stunde vor dem Zubettgehen ist. Die Welt wird auch nicht untergehen, wenn der Rasen mal nicht gemäht oder die Wäsche nicht zusammengelegt wird. </p><p>Ein besserer Umgang mit der Natur fängt wahrscheinlich bei einer Entschleunigung in unseren Köpfen und somit mit einem besseren Umgang mit uns selbst an. Es ist vielleicht eine gesündere Lebenseinstellung, etwas mehr Wildnis in unserem Leben zuzulassen. Wenn wir unsere Einstellung gegenüber uns selbst nachsichtiger gestalten, können wir dies vielleicht auch leichter auf die Natur übertragen und ihr mehr Raum zugestehen. Einen Versuch wär&#8217;s jedenfalls wert.</p>								</div>
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		<title>Ein Perspektivwechsel</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/05/02/ein-perspektivwechsel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christopher Hansen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 18:44:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.blickpunkt-natur.de/?p=9127</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was, wenn unsere Erde viel, viel kleiner wäre - ein Gedankenspiel</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/05/02/ein-perspektivwechsel/">Ein Perspektivwechsel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="9127" class="elementor elementor-9127" data-elementor-post-type="post">
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									<p><span style="letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); text-align: var(--text-align);">Vor Jahren bin ich in einer Pressemitteilung zur damaligen Bundesgartenschau auf ein Bild gestoßen, das mir sehr gefiel. Das Bild zeigt einen stilisierten Planeten, nur dass dieser klitzeklein ist. Der Miniplanet hielt dabei alles bereit, was das Herz begehrt: Freizeit-, Sport- und Ausflugsmöglichkeiten, Orte für Kinder zum Austoben und am Horizont eine kleine Stadt, in der man womöglich Arbeit findet, wenn man denn will. Das Bild zeigte eine kleine, aber heile und friedliche Welt, in der die Intaktheit der Natur über allem schwebte.</span></p><p><span style="letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-align: var(--text-align); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style );">Mein erster Gedanke war: &#8222;Wie schön wäre das denn?&#8220; Um beim Bild der intakten Natur zu bleiben: Jedem der geschätzt 300 Menschen in so einer Miniatur-Utopie wäre sehr bewusst, dass sein und ihr Fortbestehen direkt davon abhängt, dass man nicht zu viele Bäume fällt. Oder zu viele Fische fängt. Dass man keinen Müll liegen lässt oder noch besser erst gar keinen produziert. Kurzum: Dass man nicht mehr in Anspruch nimmt als der eigene Planet verkraften kann. </span></p><p><span style="letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-align: var(--text-align); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style );">Mein zweiter Gedanke war: &#8222;Leben wir nicht eigentlich auf genau so einem Planeten?&#8220; Zugegeben, wir sind deutlich mehr als 300. Und ja, unser Planet ist sehr viel größer als jener auf dem Bild. So mag es schwerfallen, die Bedeutung des eigenen Lebens für einen eben doch so viel größeren Planeten wie unsere Erde zu abstrahieren.Es ist verlockend, sich hinter der schieren Masse von Milliarden Menschen zu verstecken und die eigene Verantwortung zu </span>relativieren. Aber sobald wir unsere kleine Lebenswirklichkeit als Mikrokosmos begreifen, der wiederum direkt an den Mikrokosmos des oder der nächsten grenzt, wird schnell die Verantwortung klar, der wir uns schlichtweg nicht entziehen können.</p><p>Die meisten von uns können die ganz großen Entscheidungen und Geschicke der Welt kaum beeinflussen. Aber jeder und jede von uns kann jeden Tag aufs Neue (mit-)entscheiden, wie sich der eigene Mikrokosmos entwickeln wird. Es sind bekanntermaßen die Entscheidungen beim Einkaufen, beim Essen, beim Reisen, beim Einkleiden, beim Wohnen. Ich habe mir in diesen Alltagssituationen die Frage angewöhnt: Was würde mein alternatives Ich auf dem winzigen Planeten tun?</p><p><em>Das Bild oben zeigt nicht das originale Plakat, denn urheberrechtliche Fragen konnten nicht abschließend geklärt werden. Das stattdessen verwendete Beitragsbild stammt von <a href="https://www.freepik.com/free-photo/still-life-sustainable-lifestyle-assortment_15175482.htm#query=tiny%20planet&amp;position=42&amp;from_view=keyword&amp;track=ais&amp;uuid=17c5cbe9-95af-45b8-a62e-3076773019f1"><span style="color: #000000;">Freepik</span></a>.</em></p>								</div>
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		<title>Nur ein Marienkäfer</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/05/02/nur-ein-marienkafer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Kranz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 18:25:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.blickpunkt-natur.de/?p=9118</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sind wir in Gottes Schöpfung mehr wert als ein Marienkäfer?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/05/02/nur-ein-marienkafer/">Nur ein Marienkäfer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
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									<p>Es gibt Begebenheiten, die vergisst man nie. Bei mir ist es eine Erinnerung an die Schulzeit: Große Pause, ein paar Mitschülerinnen und Mitschüler und ich stehen an unserem Stammplatz auf dem Schulhof im Kreis und unterhalten uns. Eine meiner liebsten Klassenkameradinnen sagt: &#8222;oh, schaut mal, ein Marienkäfer!&#8220; Denn der hatte gerade unseren Kreis betreten. </p><p>Plötzlich tritt einer unserer Mitschüler vor und den kleinen roten Käfer mit den Worten &#8222;jetzt nicht mehr&#8220; platt. Grinsend. Man mag nun sagen, das sei nur ein Marienkäfer gewesen. Ich habe besagtem Mitschüler dieses Ereignis dennoch nie verziehen. Und werde es auch niemals. Denn für mich sagt dieser Vorfall extrem viel über diesen Menschen aus &#8211; und seine Einstellung zur Welt. Vielleicht muss ich dazu erwähnen, dass ebenjener Mitschüler ausgesprochen christlich unterwegs war und sich einmal pro Woche in den Schüler-Andachtskreis zurückgezogen hat. </p><p>Doch Gottes Gebot &#8222;Du sollst nicht töten&#8220; bezog sich vermutlich nicht auf einen Käfer, sondern ausschließlich auf Menschen. Käfer darf man demnach ohne Not töten, wenn einem der Sinn danach steht. Diese kleine Begebenheit spricht für mich Bände bezogen auf den Umgang der Menschheit mit der Natur. Wir nehmen uns das Recht heraus, mit Gottes Schöpfung so umzugehen, wie es uns beliebt. Wir begradigen, legen trocken, besprühen und gestalten nach unserem Gusto &#8211; die Interessen der Natur werden den unseren grundsätzlich untergeordnet. </p><p>Die Vielfalt des Lebens auf der Erde kann man <span style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); text-align: var(--text-align);">als Schöpfung Gottes begreifen oder eher </span><span style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); text-align: var(--text-align);">naturwissenschaftlich als Ergebnis eines evolutiven Prozesses. Ganz gleich &#8211; in beiden Möglichkeiten liegt etwas zutiefst Wunderbares. </span><span style="font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-style: var( --e-global-typography-text-font-style ); letter-spacing: var( --e-global-typography-text-letter-spacing ); text-transform: var( --e-global-typography-text-text-transform ); text-decoration: var( --e-global-typography-text-text-decoration ); text-align: var(--text-align);">Sollte ein göttliches Wesen Schöpfer der Artenvielfalt auf unserem Planeten sein, wollte er sicher nicht, dass diese Vielfalt durch ein einzelnes seiner Geschöpfe vernichtet würde. Und betrachtet man die Artenvielfalt evolutiv, so hat sich jede einzelne Art über Millionen von Jahren entwickelt und bewährt. Auch in diesem Fall sollten wir mit jeder einzelnen Art entsprechend respektvoll umgehen. </span></p><p>Auch wenn es nur ein kleiner Marienkäfer ist. </p>								</div>
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		<title>Eklige alte Männer</title>
		<link>https://www.yourewild.net/2024/03/28/eklige-alte-maenner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Kranz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2024 12:29:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blickpunkt-natur.de/?p=7309</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein kurzer Artikel über eklige alte Männer, die unsere Welt zerstören.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.yourewild.net/2024/03/28/eklige-alte-maenner/">Eklige alte Männer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.yourewild.net">YouReWild</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="7309" class="elementor elementor-7309" data-elementor-post-type="post">
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<p class="wp-block-paragraph">Heute steht mir der Sinn nach einem bösen Beitrag &#8211; ich bin es gerade leid, immer um den heißen Brei herumzureden.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="article_section_2">Eigentlich kann man die Zeichen des Klimawandels nicht leugnen, wenn man bei klarem Verstand ist. Und auch nicht einen Zusammenhang mit dem menschengemachten Ausstoß von Treibhausgasen. All das ist beispielsweise nachlesbar in den Sachstandsberichten des Weltklimarats. Und im Weltklimarat sitzen nicht irgendwelche Dullis, die sich in dem Keller eines Restaurants verschworen haben, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Nein, im Weltklimarat sitzen zig Fachleute aus der ganzen Welt, die wissen, wovon sie reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit klar, oder? Und wie man nun reagieren müsste, ist eigentlich auch klar. Was aber macht die Politik? Sie opfert weiterhin in großem und immer größeren Maße Natur und Klima dem Wirtschaftswachstum. Hierzulande wird weiter Braunkohle gefördert und Autofabriken werden gebaut. Und dafür werden Wälder gerodet und Ortschaften geräumt, zur Not auch gegen das Ergebnis von Bürgerbefragungen. Denn deren Votum ist ja zum Glück nicht bindend. Protestierende Querulanten werden dann abtransportiert. Anders als die Landwirte, die ihre Misthaufen auf die Straße kippen, damit sie weniger Umweltauflagen bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht genug damit &#8211; in der ganzen Welt ist momentan das offene Ausleben von Egoismus en vogue, eine &#8222;Me First&#8220;-Mentalität, die nur auf das Mehren des größtmöglichen eigenen Vorteils ausgerichtet ist als auf friedliche und zielgerichtete Kooperation. Überall sehen wir in Spitzenpositionen eklige alte Männer, die offenbar irgendwas zu kompensieren haben (hier liegt mir noch was auf der Zunge, aber das ist zu böse): </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tech-Milliardäre, die mit gigantischen Phallussymbolen einen Wettlauf ins All anzetteln. Einer, der sogar sein &#8222;klimafreundliches&#8220; Elektroauto ins Weltall schießt, um davon Werbeaufnahmen zu machen. Politiker, die betrügen, beleidigen und Lügen verbreiten, um eine alternative Realität zu schaffen, die ihnen genehm ist. Despoten, die ihre Bevölkerung unterdrücken und umbringen und drohen, andere Länder zu überfallen &#8211; oder es am Ende sogar tun. Selbstverständlich wird dann auch hier eine alternative Wahrheit geschaffen, die die Notwendigkeit all dessen belegt, leugnet oder die Fakten komplett umdreht. Man muss offenbar Lügen nur laut genug immer wieder in die Welt hinaustrompeten, damit sie dann irgendwann zur Realität werden. Einer alternativen wie gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesen ekligen alten Männern gehört aber auch eine gigantische Mehrheit, die diese Typen toleriert oder sogar wählt und unterstützt. Wer schaut dabei in die Röhre? Zuerst allem die Natur und das Klima. Aber im nächsten Schritt die Menschheit, die aktuell lieber in die Kirche geht und betet, damit der liebe Gott es richtet, anstatt sich der Einsicht zu stellen, dass es gut wäre, die eigene Raffgier etwas zu begrenzen, sich einzuschränken und mit anderen zu teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich das alles so sehe, komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass die Menschheit nicht nur untergehen wird, sondern dass sie diesen Untergang auch verdient hat.</p>
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